Heldenplatz

Schaubild

Ebene 0

Ebene 1

Vertikalschnitt Halle

 

Vertikalschnitt Riegel

 

 

 

 

Haus der Geschichte
der Republik Österreich

Entwurf
2015
Heldenplatz, 1010 Wien, Österreich

Im Haus der Geschichte soll insbesondere die Geschichte ab der Ersten Republik unter Einbeziehung der relevanten Bezüge der Zeit davor, der europäischen und Weltgeschichte sowie der geistig-kulturellen Strömungen der jeweiligen Zeit mit unterschiedlichen Mitteln in moderner Form dargestellt, virtuell vernetzt und mit Rücksicht auf bestehende Einrichtungen erforscht, aufbereitet und allgemein zugänglich gemacht werden.

Seit die Diskussionen um ein solches Haus laufen, ist der Heldenplatz als Standort für ein solches Gebäude öfter angeregt worden. Seine Lage im Zentrum der Hauptstadt, seine Nähe zum politisch bedeutenden Ballhausplatz und das eigene historische Gewicht legen eine Platzierung eines Projekts von hoher Signifikanz an diesem Ort nahe. Der äußere Burgplatz der Hofburg war nach dem Generalplan von Gottfried Semper aus dem Jahr 1870 als Teil eines Kaiserforums geplant. Ein rechteckiger Platz sollte vom Leopoldinischen Trakt, von der Neuen Hofburg, den Habsburgischen Sammlungen (heutiges Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum) sowie von einem nie gebauten Pendant der Neuen Burg eingerahmt werden. Das in der Ausführung unvollendet gebliebene städtebauliche Ensemble soll durch das Haus der Geschichte eine Ergänzung finden.

Als Pendant sieht der vorliegende Entwurf ein gleichförmig-rhythmisches Baugefüge aus einer linearen, alternierenden Abfolge von Hallen und Riegeln vor, das mit den verschiedenen Gliederungselementen der breitgelagerten Schauseiten der Baukörper des Ensembles locker korrespondiert. Die gewählte Gestalt des Hauses konkurriert nicht mit den anderen Gebäuden des Forums. Sie ordnet sich vielmehr unter, ist als nachträgliche Hinzufügung erkennbar. Die aus kleinvolumigen Teilen bestehende Kette begrenzt den Heldenplatz optisch, schottet ihn aber nicht ab. Die Durchblicke an den großzügig verglasten Ecken der Hallen verstärken diese Wirkung. Die Hallen mit ihren quadratischen Grundflächen werden oben von HP-Flächen abgeschlossen – Inbegriff der dynamisch-modernen Dachform. Die Riegel mit ihrem deltoidförmigen Querschnitt nehmen die Neigung der HP-Ränder in ihren Deckflächen auf. Je eine Seitenfläche ist, wie die daran anschließende Leibung der Halleneckverglasung, dazu orthogonal. Zusammengenommen prägen die beschriebenen geometrischen Hauptmerkmale nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, sie sind auch im Innenraum deutlich wahrnehmbar. Das Haus soll mit unterschiedlichen Ausstellungen und Veranstaltungen bespielt werden, was einen Innenraum erfordert, dessen Gestaltung sich nicht spektakulär in den Vordergrund drängt, sondern ein gediegenes Ambiente für Exponate und Events erzeugt. Unterschiedliche Wirkungsqualitäten von Räumen und deren Abfolge, Tageslichtqualitäten und Außenraumbezüge sorgen für eine Vielzahl von Präsentationsgegebenheiten.

 
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